Reisemobil-Alarmanlage im Ausland – was tun bei Problemen?

Im Pro-finder steckt eine SIM-Karte. (Bildrechte: Thitronik)

Die Besitzer vieler Reisemobile vertrauen auf eine nachträglich eingebaute Alarmanlage, um ihr wertvolles Fahrzeug zu schützen. Gelegentlich kann es vorkommen, dass innerhalb Deutschlands alles zwar gut funktioniert, die Reisemobil-Alarmanlage im Ausland aber plötzlich Schwierigkeiten macht, nicht mehr auf Befehle reagiert und auch keine Meldungen mehr verschickt. Uns ist genau das bei einem Aufenthalt in Großbritannien passiert – und wir haben den Grund und die Lösung für die Probleme bei unserer Anlage gefunden.

Technik aus Norddeutschland

In unserem Redaktionsfahrzeug arbeitet eine Alaramanlage vom Typ „WiPro III safelock“ (*) der norddeutschen Firma Thitronik. Die Anlage überwacht über die schon ab Werk im Fahrzueug vorhandene Datenleitung („CAN-Bus“) die Türen und über spezielle Funkkontakte die Fenster, Klappen und Dachluken. Auch das Wegfahren ohne den Original-Schlüssel ist nicht möglich. Versucht jemand, in das Fahrzeug einzubrechen, ertönt ein ohrenbetäubender Alarm und das Fahrzeug lässt sich nicht vom Fleck bewegen. Das alles funktioniert ohne Einschränkungen im In- und Ausland.

Fernsteuerung per Smartphone

Zusätzlich haben wir aber auch das Modul „Pro-finder“ (*) von Thitronik eingebaut, das in Verbindung mit der eigentlichen Alarmanlage viele interessante Zusatzfunktionen bietet: Die Alarmanlage lässt sich mit einem Smartphone per App oder SMS-Befehl steuern. Außerdem sendet die Alarmanlage über den Pro-finder Alarm-Meldungen an ein oder mehrere Smartphone/s. Versucht also jemand, in das Fahrzeug einzubrechen, ertönt nicht nur ein Alarm am Fahrzeug, sondern man bekommt außerdem eine Meldung per SMS. Genau diese Funktion kann bei der Reisemobil-Alarmanlage im Ausland aber nun Schwierigkeiten machen. Grund: Das Mobilfunk-Roaming.

GPS-Modul mit SIM-Karte

Damit eine Auto-Alarmanlage Alarmmeldungen versenden und auch Programmier-Befehle empfangen kann, muss sie ein Mobilfunk-Modul besitzen. Bei der WiPro III steckt dies, zusammen mit der nötigen GPS-Technik zur Ortung, im Modul „Pro-finder“. Und wie bei den meisten Mobilfunk-Modulen braucht auch der Pro-finder die SIM-Karte eines Mobilfunk-Betreibers. Der Hersteller Thitronik empfiehlt dafür die Dienste der Deutschen Telekom und legt eine entsprechende SIM-Karte auf Wunsch gleich bei. Diese lässt sich in kurzer Zeit freischalten und mit einem günstigen Tarif koppeln, den der Hersteller mit der Telekom ausgehandelt hat.

Bei Einbruch SMS

Wir zahlen monatlich zwischen einem und drei Euro – ja nachdem wie viele SMS-Nachrichten die Anlage verschicken musste. Solange man sich mit seinem Fahrzeug innerhalb Deutschlands befindet und es eine Netzabdeckung gibt, funktioniert alles hervorragend. Man kann der Anlage Befehle über die Thitronik-App schicken, die in SMS-Meldungen umgesetzt und an die Anlage gesendet werden. Umgekehrt meldet die Anlage in Form von SMS-Nachrichten, wenn z. B. ein Einbruch entdeckt wird. Damit die Reisemobil-Alarmanlage im Ausland aber ebenfalls funktioniert, muss sich das Mobilfunk-Modul in ein ausländisches Netz einbuchen.

Das Pro-finder-Modul lässt sich sehr einfach öffnen. (Bildrechte: Thitronik)

Das Pro-finder-Modul lässt sich sehr einfach öffnen. (Bildrechte: Thitronik)

Roaming schlägt fehl

Immer dann, wenn ein Mobilfunk-Gerät wie eine Reisemobil-Alarmanlage im Ausland versucht, sich in ein ausländisches Netz einzubuchen, wird geprüft, ob zwischen dem ausländischen und dem eigenen Netzbetreiber eine Vereinbarung über Roaming besteht. Wird das Gerät beim Versuch, sich einzubuchen, vom ausländischen Netz abgewiesen, wird das auf der SIM-Karte gespeichert. Und leider versucht das Gerät dann kein zweites Mal, sich bei diesem Netz einzubuchen, weil es ja nicht zugelassen wurde.

Gesperrtes Netz

Leider kann es aber auch passieren, dass die Abweisung durch das ausländische Netz irrtümlich passiert, weil im Moment der Anfrage keine Verbindung zur Datenbank des Heimnetzes besteht. In diesem Fall bekommt also das ausländische Netz in der Alarmanlage den Vermerk nach dem Motto „hier brauchst Du es gar nicht mehr zu versuchen“. Wenn aber nun dieses Netz eigentlich genau das ausländische Netz ist, mit dem der eigene Netzbetreiber eine Roaming-Vereinbarung hat, dann wird dadurch die Verbindung zwischen Smartphone und Alarmanlage in dem Land unmöglich. Die Alarmanlage versucht, sich in alle am jeweiligen Standort verfügbaren Netze einzubuchen, lässt dabei aber das eigentlich „richtige“ Netz aus.

Sperr-Markierung löschen

Damit die Reisemobil-Alarmanlage im Ausland auch wieder richtig funktioniert, muss man nun diese Markierung auf der SIM-Karte löschen. Leider muss man dazu die Karte aus dem Pro-finder-Modul herausnehmen, weil man über die Alarmanlage nicht direkt auf die SIM-Karte zugreifen kann.

 

Schritt-für-Schritt-Anleitung

  • Lokalisieren Sie den Einbauort des Pro-finder-Moduls in Ihrem Fahrzeug. Aus Sicherheitsgründen geben wir hier keine weiteren Hinweise, wo sich dieses befindet. Kontaktieren Sie hierzu die Firma oder die Person, die die Anlage in Ihr Fahrzeug eingebaut hat. Am besten ist es, wenn Sie die Einbauorte der Module in Ihrem Fahrzeug unabhängig von Problemen kennen.
  • Öffnen Sie das Gehäuse des Pro-finders, indem Sie den Deckel abheben. Entnehmen Sie die SIM-Karte.
  • Legen Sie die SIM-Karte in ein Handy oder Smartphone ein.
  • Schalten Sie im Menü des Handys oder in der „Einstellungen“-App die „automatische Netzwahl“ aus. Nun werden Ihnen nach einigen Minuten alle am Standort verfügbaren Mobilfunknetze angezeigt.
  • Versuchen Sie, sich in jedes der angezeigten Netze einzubuchen, in dem Sie den Namen antippen oder auswählen und bestätigen. Dadurch wird eine versehentlich vermerkte Sperre gelöscht.
  • Entnehmen Sie die SIM-Karte und stecken Sie sie wieder in den Pro-finder.

 

Nun ist alles „auf Anfang“ gestellt. Der Pro-finder beginnt mit dem Einbuchen und kann wieder alle Netze durchprobieren, um das geeignete zu finden. So funktioniert dann die gesamte Reisemobil-Alarmanlage im Ausland auch wieder ohne Einschränkungen.

 


Transparenz-Hinweis: Die Alarmanlage wurde uns vom Hersteller als Dauerleihgabe zum Testen zur Verfügung gestellt. Der Hersteller hat an die Leihstellung keinerlei Bedingungen geknüpft. Wir können frei und unabhängig über unsere Erfahrungen damit berichten.


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